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Neuheidentum bzw.
Neopaganismus
Das Neuheidentum ist wahrscheinlich
die verbreiteste Religion aller, die sich Hexen nennen.
Nun möchte ich ein wenig darauf eingehen. Ich
entschuldige mich schon im vorhinein für Verallgemeinerungen,
aber es ist schwer eine Religion zu beschreiben, die so
viele unterschiedliche Wege kennt.
Der Begriff Heide laut
wikipeda.org:
"Etymologisch wird er der Begriff von germanisch haithio (unbebautes, wildgrünes Land, Waldgegend, Heide) abgeleitet . Die englische Entsprechung ist heathen oder pagan, von lat. paganus (Bewohner des unbebauten Landes). Da die Landbevölkerung zuletzt vom Christentum erreicht wurde, wurde die Bezeichnung für die Landbevölkerung auch zur Bezeichnung von Nichtchristen. Bereits in der christlichen Antike wurde das Wort paganus in der Bedeutung von Nichtchrist verwendet."
Heiden und Paganen
Der Begriff wurde nun definiert, aber
was sind denn nun Heiden und Paganen? Das Gebiet
ist hier sehr weitläufig aber im Grunde fasst
Neuheidentum alle Menschen zusammen, die naturverbunden
leben an die alten vorchristlichen Gottheiten
(männliche wie weibliche oder beide) glauben und eben diese
Naturreligion auch praktizieren.

Glaube
Das Neuheidentum orientiert sich meist
an fünf Maximen:
-
Polytheismus = Mehrgötterglaube
-
Pantheismus = das göttliche ist
allgegenwärtig
-
Göttin und Gott = Das Göttliche tritt
in männlichen wie weiblichen Aspekten auf
-
Ethik: "Tu was du willst aber
schade keinem"
-
Natur
Polytheismus
Im Neuheidentum gibt es also mehr als
einen Gott. Der Heide ist an sich nicht auf ein bestimmtes
Pantheon (Götterhimmel) festgelegt, vielmehr kann er
eines übernehmen, das ihm gefällt. Wer also einen sehr
starken Bezug zum römischen Pantheon hat kann mit diesem
arbeiten. Ich spreche hier von arbeiten mit. Natürlich
ist es völlig klar, dass man Gottheiten nicht
herumkommandieren kann, wie man möchte. Es sind Götter,
und die haben sehr wohl ein enormes Maß an Kraft und
lassen sich nicht rumschubsen. Man sollte also ein
gewisses Maß an Respekt haben, denn die Arbeit mit dem
göttlichen besitzt nicht nur rosige Aspekte, denn man
arbeitete ja mit enormen Kräften. Ebenso solltest du bei
der Arbeit mit Gottheiten deren Facetten studieren, bevor
du sie einlädst. Dass man einen Kriegsgott nicht einfach
so zum Tee einladen kann, sollte dir bewusst sein.
Pantheismus
Anders als bei den monotheistischen
Weltreligionen, wie dem Christen und Judentum glauben Heiden,
dass das göttliche der Welt immanent ist, also auf ihr
ist und nicht von ihr getrennt. Im Christentum ist Gott Vater
ein außerweltlicher Betrachter der sich durch Propheten
und Wunder einschaltet. Im Heidentum sehen wir alles was
auf der Welt ist vom göttlichen durchdrungen, und somit
ist alles das Sprachrohr der Götter. Jedes Wort eines
Menschen, jedes Blatt das uns vor die Füße fällt, kann
eine Botschaft der Götter sein, wir müssen nur lernen
sie zu verstehen.
Gott und Göttin
Anders als im Monotheismus gibt es den
Glauben einer göttlichen Dualität, Gott ist nicht rein
männlich oder weiblich - es gibt beides, Gott und
Göttin. Und der eine trägt auch Eigenschaften des
anderen mit sich. So ist eine Göttin zwar eine Frau, die
aber sehr wohl auch Eigenschaften annehmen kann, die man
eher Männern zuschreibt, wie etwa das Kriegertum. Und
Umgekehrt. Diese Ansicht steht aber nicht im Konflikt mit
dem Polytheismus, denn auch wer 2 Gottheiten kennt, kann
in ihnen alle möglichen Gottheiten eines Pantheon sehen,
mit ihren Eigenschaften, Stärken und Schwächen. Wenn du anfangs
als Heide nicht weißt,
welchen beiden Gottheiten du dich widmen sollst, nur die
Ruhe, sie werden es dich wissen lassen. Vielleicht fühlst
du dich einer Gottheit schon jetzt sehr verbunden.
Was dem Heidentum momentan zu so vielen
Anhängern verhilft ist auch das Vorhandensein einer
weiblichen Gottheit, denn eine Frau hat sicher den
leichteren Zugang zu einer Göttin als einem Gott. Im
monotheistischen Glauben mussten sich Frauen immer einem
Männergott fügen, was für viele nicht einfach war. Das
Gottespaar im Heidentum kann Frau als auch Mann helfen
sich selbst und auch das Gegenüber zu verstehen.
Ethik
Diesen berühmten Satz "Tu was du
willst, aber schade keinem" hast du sicher schon
gehört. Leider wird seine Aussage oft falsch verstanden.
Die meisten Menschen glauben, sie dürften nun nicht mehr
aktiv handeln, sie dürften andere nur noch mit Samthandschuhen
anfassen und schränken so ihr Leben ein. Die Aussage ist
aber eine ganz andere. Es ist nicht möglich zu leben ohne
nicht früher oder später jemandem zu schaden. Jede
deiner Handlungen ist negativ für irgendjemanden. Dieser Satz
zeigt uns lediglich, dass wir vor jeder unserer Handlungen
überlegen müssen, was dieses Handeln für Konsequenzen
haben (denn diese hat es immer) wird und ob wir bereit
sind diese anzunehmen.
Natur
Im Heidentum ist die Natur sehr wichtig
und das hat mehrere Gründe. Zum einen, leben Heiden nach
der Einsicht, dass alles göttlich ist, eben Pantheismus.
Das impliziert, dass alles Leben und somit die ganze Natur
etwas heiliges ist und heiligem gebührt Achtung. Zum
zweiten leben Heiden nach vorchristlichen Systemen, und
diese waren sehr auf die Natur und Sonnen und Mondläufe
ausgerichtet. Das ist ganz natürlich, wenn man sich
vorstellt, dass es damals keinen Strom und kein
künstliches Licht außer Feuer gab. Außerdem ist auch
der Mensch Teil der Natur und als intelligentes Wesen
gehört es zu seiner Aufgabe, die Natur um ihn herum zu
schützen. Denn die Natur kann wirklich ohne weiteres ohne
den Menschen leben, der Mensch aber nicht ohne die Natur.
Sollte die Menschheit eines Tages aussterben, wird die
Natur weiterhin existieren und sich weiterentwickeln. Es
wird also nie eine Zeit geben, an der die Natur ausstirbt,
denn vorher stirbt garantiert der Mensch. Deshalb ist
Heiden auch Naturschutz sehr wichtig.

Kurzes FAQ (meistgestellte Fragen)
Gibt es Gotteshäuser im Heidentum?
Da dies eine Naturreligion ist nicht. Sie wird in der Natur gefeiert. Natürlich
kann es durchaus sein, dass es kleine Gruppen gibt die
Ausnahmen bilden, denn das Heidentum umfasst sehr viele
Religionen.
Gibt es Sünden?
Jeder ist jeder für sein
Tun verantwortlich und die Folgen von
"schlechten" Taten wirst jeder selber ausbaden
müssen, es gibt keinen von Gott gesandten Bestrafter oder
Peinigungen. Ebenso gibt es kein Heil zu dem Gott die
Menschen führt, wenn wir eine heile Welt wollen müssen
wir dafür arbeiten, nicht Gott.
Ist das Heidentum besser als andere Religionen?
Nein, keinesfalls. Vielleicht für einen
einzelnen Menschen, aber niemals für alle Welt. Jeder Mensch
soll den Weg finden, der für ihn der beste ist. Ob das
nun Christentum oder Heidentum ist bleibt ihm selbst
überlassen. Heiden missionieren nicht, denn im Heidentum
ist es am Menschen selbst seinen Weg zu finden, man kann
ihn nicht zu einer Religion zwingen, die für ihn nicht richtig
ist.
Kann man Christ und Heide sein?
Nein. Heute stellen sich sehr viele
diese Frage. Eigentlich ist es ja nett an einen Gott zu
glauben, wieso dann nicht auch noch eine Göttin? Weil das
1. Gebot im Christentum nur einen Gott erlaubt. Ebenso ist
es beim Judentum und Islam. Zudem sollte man sich
zumindest innerlich für einen Religion entscheiden, um
die Anhänger beider Religionen nicht zu verschmähen, die
darin eine ernste Angelegenheit sehen.

Missverständnisse - wofür man Heiden
gerne hält
-
Heiden sind keine Satanisten - Satan
existiert nur im Christentum und da Heiden keine
Anhänger dieses Glaubens sind, können sie gar nicht
an einen Satan glauben. Im Heidentum wird nicht an ein
personifiziertes Böses geglaubt, vielmehr daran, dass
jedes Wesen auch zerstörerische Kräfte besitzt,
genauso wie Schöpferische.
-
Heiden sind keine Barbaren oder
Wilden. Es sind Menschen, die genauso in Zivilisation
leben eben nur einen besonderen Zugang zur Natur finden
und auch ihre Religion darauf ausrichten.
-
Heiden sind keine Nazis. Das
implizieren schon die oben genannten Glaubensformen.
Außerdem versucht das Heidentum auch andere Religionen
anzuerkennen. Denn jeder Mensch hat das Recht oder
sollte es haben, selbst einen Glauben für sich zu
finden. Und nur er selbst kann wissen, was gut für
ihn ist.
-
Heiden machen keine sinnlosen Tieropfer, da auch
Tiere Kinder der Schöpfung sind. Viele Heiden sind Vegetarier,
man muss das aber nicht zwangsläufig sein, wenn man
Heide ist. Jeder so, wie er es am Besten mit sich
vereinbaren kann. Wenn ein Heide ein Tier schlachtet,
vielleicht deshalb, um das Tier erhaft zu töten und
es nicht in Massenschlachtung sterben zu lassen, nur
damit sich die Supermarktregale füllen.
Wenn du jemandes Grund etwas zu tun
wissen möchtest, solltest du ihn vorher fragen, warum er
etwas tut, anstatt ihm von vornherein für etwas zu
verdächtigen. Leider tun das heute sehr viele Menschen,
weshalb ich dich bitten möchte, dass du nicht zu einem
von diesen wirst und immer kritisch hinterfragst ob
etwas wirklich so ist, wie es scheint.

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