Der Kreislauf des Lebens

oder: Reinkarnation

 

Im Heidentum gibt es die Vorstellung, dass der Tod nichts immerwährendes ist und wir nach einem Leben immer wieder in neue Leben eintreten. Also eine Wiedergeburt. Diesen Glauben teilen auch sehr viele Hexen.

Der Glaube an die Reinkarnation ist so alt wie die Welt, obwohl er heute als etwas völlig neues wahrgenommen wird. Heute ist dieser Glaube so fremd, weil die monotheistischen großen Weltreligionen meist an ein Ende im Tod glauben. Der Mensch lebt nur einmal und kommt nach diesem Leben zu Gott, wo er für immer bleibt und seine Nachkommen bewacht.

Definition des Wortes: Reinkarnation

Vielleicht wäre es erst wichtig, das Wort der Reinkarnation zu beschreiben. Reinkarnation oder Wiedergeburt bedeutet, dass die Seele oder der Geist des Menschen beim Tod aus dem Körper austritt. Aber anstatt für immer zu ihrem Schöpfer zu gehen, wartet sie auf ein neues Leben auf Erden.

Meine Vorstellung 

Man kann bei diesem Thema nicht zu sehr verallgemeinern, weil jede/r seine ganz eigenen Einstellungen und Erfahrungen zum Thema besitzt. Um es übersichtlich zu machen, lege ich nur meine Ansicht dar, es gibt aber noch viele mehr: Wenn ich eines Tages sterbe, werde ich aus diesem physischen Körper austreten und mit all den Erfahrungen die ich in diesem Leben gemacht habe, vor die Göttin treten. Dort bei ihr werde ich warten, bis sie mir eine neue Geburt schenkt und ich wieder in ein neues Leben eintrete.

Natürlich kann ich mich dann an all meine früheren Leben erinnern. Sobald ich aber wieder geboren werde, werden meine Erinnerungen erlöschen und ich werde ein neues Leben beginnen, voller neuer Lektionen, und zwar ohne vorbeeinflusst zu sein.

Jedes Leben bietet etwas neues. Eine neue Lektion. Je mehr wir erleben, desto weiser werden wir. 

Diese Vorstellung gibt es seit dem Beginn der Welt

Auch die frühen Naturvölker glaubten nicht an einen ewig dauernden Tod. Auch sie glaubten an immer wiederkehrende Wiedergeburt. Denn auch die Sonne geht jeden Tag unter und "stirbt", aber sie kommt am nächsten Morgen immer wieder. Und wird dann von der Erde geboren. Das kann man überall beobachten. Das Gras unter der Schnee- und Eisdecke im Winter stirbt nicht. Es schläft nur, um im Frühling wieder aufzustehen und zu wachsen. Irgendwann wird es wieder aus dem Schnee brechen.

Die Vorstellung einer Wiedergeburt nach dem Tod war also früher nichts seltsames.

Copyright Stephanie Pui - Mun- Law

 

Christlicher Glaube: Himmel und Hölle

Dann begannen sich mit der Zeit die monotheistischen Religionen wie Christen und Judentum zu verbreiten. Hier glaubte man nicht mehr an eine Wiedergeburt im direkten Sinne. Wenn man starb musste man die Dinge, die man getan hatte vor Gott tragen und eventuell eine Strafe auf sich nehmen. Wenn man ein böser Mensch gewesen war, dann wurde man in die Hölle geschickt. Dort wird man bis zum Ende der Zeit gefoltert und gestraft. Nur wenige Menschen kommen in den Himmel, wo sie als Engel bei Gott thronen dürfen. So hat man also auch hier die Folgen seines Lebens zu tragen.

Eso - Boom und das Genießen

In den letzten Jahren, grade in den Sechzigern kam eine neue Welle auf. Der Esoterik - boom. Die Menschen wandten sich mehr und mehr den Naturreligionen zu und begannen ihr Leben zu genießen. Ebenso kommt der Glaube an die Reinkarnation immer mehr zum Vorschein. Viele Menschen wollen ganz einfach nicht daran glauben, dass nach diesem harten Leben voller Prüfungen und Leid ein Fegefeuer und vielleicht sogar eine Hölle auf uns warten würden. Wenn das Leben schon so hart ist, dann muss es im Jenseits viel besser sein. Das ist auch heute noch der Hauptgrund für viele Glaubenswechsel.

Trauer und Wiedersehen

Noch heute ziehen viele Völker bei einer Beerdigung mit Musik, Tanz und Lachen durch die Straßen. Sie feiern und freuen sich. Bei uns in Europa würde man das zuerst als eine Lästerung des Toten ansehen, aber es lässt sich viel leichter erklären. Diese Völker, die früher meist unterdrückt und versklavt wurden, lebten ein sehr hartes und undankbares Leben. Wenn einer von ihnen starb, so war das eine große Erlösung. Und deshalb feiert man noch heute mit den Menschen, denn sie haben es überstanden. Eine nette Vorstellung, nicht?

Das Erschütterndste an einem Todesfall ist immer, dass wir glauben einen Menschen für immer zu verlieren. Jedoch sind wir Europäer in diesem Glauben oft allein. Denn es gibt so viele Völker und Religionen, die immer noch ihre Ahnen verehren und huldigen. Wenn jemand aus der Familie stirbt, wir er also in den Kreis der Ahnen aufgenommen und hat dort ein wunderbares (Nach-)Leben mit ihnen.

Was ich noch anmerken möchte ist: Dass ein Leben nach dem Tod keine Ausrede sein sollte, so zu leben wie man es grade will und Regeln des Zusammenlebens zu missachten. Ich glaube, dass die Konsequenzen unserer Fehler sich schon im jetzigen Leben immer zeigen. Das beschreibt auch ein Hexengesetz: "Alles was du tust hat Folgen". Man ist also vor den Konsequenzen seiner Taten nie befreit. Man muss sie tragen und kann ihnen nicht entfliehen, indem man reinkarniert.

 

 

 

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