5 Pfeiler des Heidentums

Das Heidentum ist wahrscheinlich die verbreiteste Religion aller, die sich Hexen nennen. Nun möchte ich ein wenig darauf eingehen, was das Heidentum im generellen ausmacht. Ich entschuldige mich schon im vorhinein für Verallgemeinerungen, aber es ist schwer eine Religion zu beschreiben, die so viele unterschiedliche Wege kennt.

Der Begriff Heide laut wikipeda.org:

"Etymologisch wird er der Begriff von germanisch haithio (unbebautes, wildgrünes Land, Waldgegend, Heide) abgeleitet . Die englische Entsprechung ist heathen oder pagan, von lat. paganus (Bewohner des unbebauten Landes). Da die Landbevölkerung zuletzt vom Christentum erreicht wurde, wurde die Bezeichnung für die Landbevölkerung auch zur Bezeichnung von Nichtchristen. Bereits in der christlichen Antike wurde das Wort paganus in der Bedeutung von Nichtchrist verwendet."

Das Neuheidentum orientiert sich meist an fünf Maximen:
    •     Polytheismus = Mehrgötterglaube
    •     Pantheismus = das Göttliche ist allgegenwärtig
    •     Dualität = das Göttliche tritt in männlichen und weiblichen Aspekten auf
    •     Ethik: "Tu was du willst, aber schade keinem"
    •     Naturnähe


Trennlinie

Polytheismus

Im Heidentum gibt es also mehr als einen Gott. Heiden sind an sich nicht auf ein bestimmtes Pantheon (Götterhimmel) festgelegt, vielmehr können sie sich selbst für einen Götterhimmel entscheiden. Wer also einen sehr starken Bezug zum römischen Pantheon hat, kann mit diesem arbeiten und die religiöse Praxis darauf ausrichten. Wie genau die Arbeit mit diesen Göttern aussieht ist unterschiedlich. Manche Heiden orientieren sich an historischen Überlieferungen, wie diese Götter (wahrscheinlich) früher einmal angebetet worden sind. Aus diesem Grund kennt man das heutige Heidentum auch oft als Neu-Heidentum oder Neo-Paganismus. In diesem Fall geht man davon aus, dass frühere Religionen auch zu den heidnischen Religionen zählen.

©2009, Jonathon Earl Bowser
©2009, Jonathon Earl Bowser - jonathonart.com
Pantheismus

Anders als bei den monotheistischen Weltreligionen glauben Heiden, dass das göttliche der Welt immanent ist, also auf ihr ist und nicht von ihr getrennt. Im Heidentum sehen wir alles, was auf der Welt ist vom göttlichen durchdrungen. Die Natur ist die Schöpfung der Götter und durch sie kann jeder Mensch Kontakt zu den Göttern herstellen. Aus diesem Grund braucht das Heidentum keine Gotteshäuser. Im Heidentum gibt es auch viele Menschen, die alleine ihre Religion praktizieren und dafür keine PriesterInnen als Vermittler zu Gott benötigen. Sie sind selbst PriesterInnen ihrer eigenen Religion. Mit der Beseeltheit aller Pflanzen und Tiere geht einher, dass Heiden ein besonderes Verhältnis zur Natur haben und besonderen Wert auf eine ökologische Lebensweise legen. Wenn die Natur als heilig gilt, dann muss man sie auch schützen und konservieren.

Göttliche Dualität - männlich und weiblich

Anders als in monotheistischen Religionen gibt es im Heidentum oft eine göttliche Dualität. Gott ist nicht rein männlich oder geschlechtslos - sondern männlich und weiblich. Deshalb gibt es in vielen heidnischen Religionen eine Göttin und einen Gott als Dualität, die sich beide gegenseitig ergänzen und gemeinsam im Akt der Liebe die Welt erschaffen. Aus diesem Grund wird körperliche Liebe im Heidentum meist auch als etwas heiliges angesehen. Der Umgang mit körperlicher Liebe ist freier und wird nicht als sündhaft angesehen. Vor allem die dem Akt inneliegende Schöpfungskraft (ein Kind zu zeugen) wird als heilig gefeiert und ist auch im Götterpaar präsent. Dies führt dazu, dass der Stellenwert der Frau ganz anders ist als in anderen Religionen. Frauen sind keine Sünderinnen sondern Schöpferinnen, denn sie gebären Kinder. Im Heidentum stehen sich Mann und Frau als Abbild der Götter gleichberechtigt gegenüber. Das eine kann nicht ohne das andere Kinder zeugen, beide Geschlechter sind notwendig.

Auch wenn die Dualität Mann-Frau im Götterhimmel versinnbildlicht und als heilig betrachtet wird, schließt das nicht aus, dass ein Paar auch gleichgeschlechtlich sein kann. Und natürlich werden Frauen damit auch nicht nur auf das Kinderkriegen reduziert  - es steht jedem Menschen frei selbst über sein Leben zu entscheiden, darauf gehe ich im nächsten Punkt Ethik ein.

Ethik

Wie jede Religion vermittelt das Heidentum auch eine bestimmte Ethik. Diese lautet im Heidentum: "Tu was du willst, aber schade keinem!" Das bedeutet: Mach, was dir Spaß macht und lebe dein Leben so wie du es willst. Aber: Schau auch darauf, dass du mit deinen Handlungen möglichst wenig Schaden anrichtest und niemanden verletzt (körperlich oder seelisch). Also im Grunde, dass du dir überlegen solltest, welche Reaktionen auf deine Handlungen folgen können und dich um diese auch kümmerst. Wenn du jemanden verletzt, dann versuche es wieder gut zu machen. Lebe also dein Leben selbstbestimmt, aber hab auch Respekt vor den anderen. Und lass den anderen vor allem auch die gleiche Freiheit zu tun, was sie wollen.

Natur

Im Heidentum ist die Natur sehr wichtig und das hat mehrere Gründe. Heiden leben wie oben gesagt nach der Einsicht, dass alles göttlich ist, eben Pantheismus. Das impliziert, dass alles Leben und somit die ganze Natur etwas heiliges ist und Heiligem gebührt Achtung. Außerdem ist auch der Mensch Teil der Natur und als intelligentes Wesen gehört es zu seiner Aufgabe, die Natur um ihn herum zu schützen. Denn die Natur kann wirklich ohne weiteres ohne die Menschen auskommen, der Mensch aber braucht die Natur um zu existieren. Und wenn wir die Natur brauchen, um zu überleben - dann ist es doch nur logisch, dass wir uns um sie kümmern.


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