Erdung

Erdung ist eine Art des Energieausgleichs. Wenn wir uns erden, nehmen wir neue Energie auf und geben alte Energie oder Belastungen ab. Vor einem Ritual oder einer magischen Handlung ist das extrem wichtig, denn durch die Erdung erhält man Energie für das Vorhaben und man bereitet sich innerlich vor. Auch nach dem Ritual sollte man sich nochmal erden, denn man ist sicher erschöpft und ausgelaugt. Mit einer anschließenden Erdung kommt man wieder zu Energie und kommt auch wieder ganz ins "Hier und Jetzt" zurück. Ohne Erdung könnte es nämlich sein, dass man wie im Traum durch den Alltag geht und die Gedanken irgendwo anders sind. Das kann schön sein, kann aber dazu führen dass man sich verletzt, wie beim Hans-guck-in-die-Luft.

©2009, Stephanie Pui-Mun Law
©2009, Stephanie Pui-Mun Law - shadowscapes.com
Wie man sich erden und zentrieren kann:

Es gibt Hunderte Arten das zu tun (und du kannst natürlich auch ganz viele verschiedene Arten ausprobieren, um deinen Favoriten zu finden), aber am bekanntesten ist die rituelle Fassung der Erdung. Hierbei zentriert man sich vorher um fest zu stehen. Stell dich aufrecht hin, die Füße schulterbreit auseinander, die Knie leicht gebeugt, das Becken etwas vorgeschoben, die Schultern gerade und der Blick nach vorn. Nichts darf sich verkrampft oder verspannt anfühlen! Atme tief. Wenn du ein Musikinstrument spielst, oder Kampfsport machst, wird dir diese Haltung vielleicht etwas bekannt vorkommen. Benutze sie so, wie du sie gelernt hast, und versuche sie zu verbessern, wenn du sonst Probleme mit deiner Haltung hast. Pendle mit dem Körper ein wenig um deinen Schwerpunkt zu finden und schau darauf, dass du fest stehst und nichts dich umwerfen kann. Das ist die zentrierte Haltung - du stehst fest in deiner Mitte.

Bleib in der zentrierten Haltung stehen und stell dir vor, dass aus deinen Füßen Wurzeln wachsen. Sie durchdringen den Boden, auf dem du stehst und gelangen bis in die Erde. Sie durchdringen sogar Asphalt. Du verwächst mit der Erde wie ein Baum. Fühle die Erde. Lass nun die Kraft der Erde über die Wurzeln in deinen Körper gelangen. Mir hilft es sehr, wenn ich mir beim Aufsaugen der Erdenergie vorstelle, dass mein Atem diese Energie ansaugt. Fühle, wie die Energie emporsteigt und dich ausfüllt und alte verbrauchte Energie wieder in die Erde hineinleitet. Lass die Erde auch an deiner Energie teilhaben und lass sie fließen. Lass die Energien in deinem Körper umhergehen und wenn du denkst es sei genug, ziehe deine Wurzeln in deinen Körper zurück und löse deine Sohlen nacheinander vom Boden.

Es kann leicht passieren, dass du nach deiner ersten Erdung Kopfschmerzen bekommst oder dir ein wenig übel wird. Wenn das passiert, hast du noch zuviel Energie in dir. Leg dich mit den Handflächen nach unten auf den Boden und lasse durch sie hindurch alle überschüssige Energie in den Boden fließen. Da müssen keine Wurzeln mithelfen. Lass einfach alles abfließen, was zuviel ist oder nimm auf, was zu wenig ist. Es kann auch helfen, wenn du ein bisschen Wasser trinkst oder einen kleinen Happen isst.

Andere Arten:

Etwas leichtere, aber genauso wirkungsvolle Arten sich zu Erden sind folgende: Man kann einen Baum umarmen und so mit ihm Energie austauschen. Man kann Energie durch die Handflächen in den Boden abgeben oder aufnehmen. Nach einem Ritual kann man sich erden, indem man etwas isst oder trinkt. Nach einer Traumreise kann man sich schütteln und strecken. Welche Art die beste für dich ist, findest du heraus indem du einfach viele verschiedene Erdungsübungen ausprobierst. Dann wirst du deinen Favoriten sicherlich bald finden.


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