Fragen zum Thema Hexe

Hier ein paar der meistgestellten Fragen zum Thema Hexe - und ihre Antworten:

Was sind eigentlich Hexen?
Im Mittelalter wurden viele Menschen als Hexen verbrannt. Man geht heute davon aus, dass es damals keine Hexen in diesem Sinne gegeben hat - also keine sich bewusst mit Magie beschäftigenden Menschen, die sich als Hexe bezeichnet haben. Vielleicht gab es einige wenige heidnische Familientraditionen aus der vorchrisltichen Zeit, aber das kann nur schwer belegt werden und wird auch nicht mit dem Begriff Hexe in Verbindung gebracht. In der Zeit der Hexenverbrennung wurden Schuldige gesucht (meistens Frauen), die mittels Hasspropaganda dann aus dem Weg geräumt wurden. Unter Folter sagten diese Menschen aus, dass sie Hexen seien, mit dem Teufel getanzt hätten, ihre Nachbarn verflucht hätten, etc. Da dies aber unter Folter ausgesagt wurde, können wir heute annehmen, dass diese Menschen sich damit schützen wollten, um ihren Frieden zu finden und verschont zu werden oder dem Leiden ein Ende zu bereiten. Es ist ein dunkles Kapitel der Geschichte, und wer sich dafür interessiert, wird genug Literatur zum Thema finden.

In den sechziger Jahren kam der Begriff "Hexe" erneut auf, als die Frauenbewegung und die spirituelle Bewegung gemeinsam auflebten. Als Hexe bezeichneten sich fortan Frauen und Männer, welche sich vom Patriarchat verfolgt sahen und gegen die Norm arbeiten wollten. Durch das Aufkommen vom Wicca, deren AnhängerInnen sich auch oft Hexe nannten, wurde die Bezeichnung vor allem im spirituellen Bereich wieder beliebt und hat sich bis heute gehalten. Das Wort Hexe umfasst heutzutage sehr viele spirituelle Traditionen und ist nicht auf eine bestimmte Religion oder Tradition festgelegt. JedeR, der/die möchte, kann sich Hexe nennen.

Heute sind Hexen Menschen, die sich wieder intensiv mit der Natur beschäftigen, sich mit ihr verbinden und mit ihren Energien arbeiten. Viele Hexen sind Kräuterkundige, Heiler usw. Hexen versuchen meist einfach wieder mit der Natur im Einklang zu kommen. Und ebenso mit sich selbst. Trotzdem gibt es noch immer sehr viele Menschen die Angst vor Hexen haben. Wahrscheinlich weil sie nicht wissen, worum es sich dabei handelt. Eine religiöse Verfolgung von Hexen und Heiden ist leider in vielen Ländern auch noch heute aktuell.

Was hat es mit schwarzen oder weißen Hexen auf sich?
Schwarze oder weiße Hexen gibt es nicht. Wenn jemand diese Begriffe verwendet, benutzt er diese Begriffe meist nur zum besseren verdeutlichen einer Absicht. Schwarze Hexen sollen all jene sein, die sich der bösen, schadenden Magie widmen. Aber mal ehrlich: Haben wir denn alle eine saubere Weste, wenn es ums schaden geht? Wer ist schon rein gut? Demzufolge gibt es auch keine Magie, die nur gut ist. Jeder Zauberspruch, der noch so gute Absichten hat, kann ins Gegenteil umschlagen, wenn die betreffende Person keine Hilfe wünscht. Es gibt weder gute noch böse Magie. Es gibt nur Magie, die eben wirkt, wie sie wirkt. Und die, leider Gottes, auch mal unerwünschte, schadende Folgen haben kann. Somit gibt es auch keine schwarzen und weißen Hexen, sondern lediglich Hexen.

Sind Hexen Satanisten?
Nein. Satan als die böse Gegenkraft zu Gott gibt es so nur im Christentum. Die wenigsten Hexen sind christlich und glauben somit weder an Gott, noch an den Satan.

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Woran erkennt man eine Hexe?
Gar nicht. Hexen leben wie alle anderen Menschen, sie sind keine Aliens mit grünem Gesicht, langen spitzen Hüten und Warzen auf der Nase. Dieses Aussehen, das wir uns bei Hexen vorstellen, stammt noch aus der Inquisitionszeit. Damals war dieses Outfit Mode und die grüne Haut wurde Hexen angedichtet, um sie besonders böse aussehen zu lassen. Das Bild der grünhäutigen, warzigen, alten Hexe ist ein Fantasiebild, das es in Wirklichkeit nie gegeben hat. Frauen sollten damit schlecht gemacht werden, damit man sie leichter verurteilen konnte. Immer dann, wenn in der Weltgeschichte jemand versucht hat andere Menschen zu unterdrücken, sie zu foltern oder zu verschleppen, wurden diese Menschen als besonders hässlich dargestellt. So konnte man dem gemeinen Volk eher begreiflich machen, warum diese Menschen leiden mussten. Und leider hat das auch sehr oft funktioniert, nicht nur zur Zeiten der Inquisition. Das funktioniert auch heute noch sehr gut.

Gibt es männliche Hexen?
Natürlich. Manche nennen sich Hexer, aber der Großteil bevorzugt es Hexe genannt zu werden. Als Zeichen der Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern wird der Begriff synonym verwendet. Hexe kann jeder werden, der oder die dies möchte - das ist nicht vom Geschlecht abhängig.

Was ist ein Bos?
BoS ist die Abkürzung für das Buch der Schatten. In so einem Buch stehen meist die Erfahrungen, Träume, Rezepte und  Notizen einer Hexe. Es ist eine Art Arbeits- und Inspirationsbuch oder sogar Tagebuch, das bei der Entwicklung und im Lernprozess unterstützt. Auch nach einigen Jahren kann ein solches Buch hilfreich sein, da man frühere Erfahrungen und Gedanken dort nachlesen kann, die vielleicht wieder aktuell geworden sind.

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Was bedeutet Pagan oder Heide?
Das Wort "Pagan/e oder Heide" kommt vom alten lateinischen Wort für Landbewohner (paganus). Ein Heide war ein Mensch, der in der Heide lebte. Paganen wurden solche Leute genannt, die mit Absicht weit von der Stadt weg wohnten, und unabhängig von ihr lebten. Später, etwa im 4. Jahrhundert nach Christus, nannte man solche Menschen Heiden, die erstens weit weg von der Stadt wohnten und nicht zu einer der damals gängigen Religionen zählten (also Christentum, Judentum,...) Auch Buddhisten und Hinduisten wurden dazu gezählt. Heute sind Heiden solche Menschen, die sich einer Naturreligion zugehörig fühlen. Mehr zum Heidentum findest du hier.

Was glaubt ein Heide?
Ein religiöser Glaube ist natürlich immer individuell - da es im Heidentum keine oberste Instanz gibt, wie einen Papst im Christentum, darf auch jeder glauben woran er/sie möchte. Ein Heide glaubt beispielsweise oftmals, das alles um ihn herum eine Seele hat - alles, auch Tiere, Bäume, Pflanzen. Heiden fühlen sich als Teil der Erde und sind daher freundlich zu ihr, versuchen mit der Umwelt in Einklang zu leben und sie zu schützen. Die Natur wird als etwas heiliges angesehen. Viele Heiden beten zu Göttern. Auch welche Götter dies sind, kann sich unterscheiden. Manche beten zu vorchritslichen Pantheons, wie dem griechischen oder römischen Götterhimmel, in dem es viele verschiedene Götter und Göttinnen gibt. Und natürlich gibt es auch solche Heiden, die das Universum selbst als Gott annehmen oder an eine namenlose Schöpferkraft glauben, die keinen Namen braucht.

Sind Hexen Heiden (und vice versa)?
Manche sind es, manche nicht. Als Hexe sollte man sich darüber klar werden, woran man glaubt und welche Religion die passende ist. Welche das ist, kann jeder nur für sich selbst beantworten. Manche Hexen sind Heiden, andere sind vielleicht auch Teil einer monotheistischen Religion, sind Buddhisten oder Hinduisten. Das darf und sollte jeder Mensch für sich selbst entscheiden.

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Was ist Wicca?
Wicca ist eine heidnische Religion. Gegen 1950 wurde Wicca von Gerald B. Gardner gegründet, aber basierte damals schon auf Techniken, die aus vielen anderen Richtungen stammten. Wicca entwickelte sich zur Kirche und ist heute sogar in einigen Ländern und Staaten als Religion anerkannt. Wicca ist heute sehr zersplittert, es gibt sehr viele verschiedene Traditionen. Die Haupttrennung im Wicca ist zwischen traditionellem Wicca (das auf Gardner, bzw. Sanders zurückgeht und eine Initiation zur Aufnahme benötigt) und Wicca, das von Menschen ausgeübt wird, die sich selber in die Religion Wicca aufnehmen und Wissen aus Büchern lernen (meist alleine praktizieren). Es wird oft diskutiert, was eigentlich Wicca genannt werden darf und was nicht, denn eigentlich besteht Wicca nach dem Religionsbegründer Gerald Gardner darauf, dass man sich um Wicca zu werden einem Coven anschließen muss - weshalb eine Einzelpraxis eigentlich nicht zulässig wäre.

Wicca = Hexe ?
Wicca ist eine Religion, die man als Hexe annehmen kann, aber nicht muss. Nicht alle Hexen sind Wicca. Leider werden viele englische Bücher oftmals falsch ins deutsche übersetzt. Wicca wird dort oftmals gleichbedeutend mit Witchcraft (= weitgreifend Hexentum) verwendet, was aber nicht das selbe ist. Witchcraft oder Hexentum, bezeichnet ein Handwerk (die Handhabung von Magie). Wicca bezeichnet ein Glaubensgerüst, unter dem man dieses Hexenhandwerk ausführen kann, aber nicht muss. Witchcraft geht auch ohne Wicca. Magie kann man auch ohne religiösen Glauben ausführen.

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Wie kann ich lernen Hexe zu werden?
Am besten suchst du dir im Internet einige Homepages, die sich mit diesem Thema interessieren und liest dich durch. Es gibt zahlreiche Diskussionsforen, an denen du Fragen stellen kannst. Lies ein paar Bücher über Hexen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was dich interessiert und womit du dich beschäftigen möchtest. Informiere dich weiter und bilde dir dein eigenes Urteil. Ahme nicht die Meinung eines anderen nach, bilde dir deine eigene Meinung, das ist wichtig. Und bleib immer kritisch, denn nicht alles was anderen hilft oder denen hilfreich vorkommt, muss auch für dich hilfreich sein. Du kennst dich selbst am besten und weißt was dich anspricht und interessiert. Und genau dem solltest du nachgehen. Ein paar konkrete Anleitungen kannst du hier finden. Zur Lilienhain Homepage gehört auch das Feuer am Waldesrand Forum, wo du dich gerne beteiligen kannst.

Ab wann bin ich eine Hexe?
Hexe bist du dann, wenn du dich bereit fühlst. Lerne, was eine Hexe tut, was sie achtet und lebe nach diesen Grundsätzen. Wenn du fleißig lernst, bist du sicherlich bald soweit und kannst dich Hexe nennen. Wenn du gerade erst beginnst dich über Magie zu informieren, und dich noch nicht Hexe nennen willst, kannst du dich als Junghexe bezeichnen. Junghexen sind "jung", also neu in der Magie (Junghexe hat nichts mit dem Alter zu tun!). Mehr über Junghexen.

Was bedeutet Sabbat und Esbat?
Sabbat nennt man die 8 Jahreskreisfeste im Heidentum. Dazu zählen Imbolc, das Fest des Lichtes am 2. Februar; Ostara das Frühlingsäquinoktium; Beltane das Fest der Fruchtbarkeit am 1. Mai (ja genau, die Walpurgisnacht); Litha der längste Tag des Jahres - die Sommersonnenwende; Lammas - einer der 3 Erntesabbate, am 2. August; Mabon der 2. Erntesabbat, am Herbstäquinox; Samhain auch Halloween genannt... am 31. Oktober; und Yule, das Fest der Wiedergeburt im Dezember, zur Wintersonnenwende. Die Sabbate sind Stationen des Lebens, die jedes Jahr wieder von neuem beginnen. Vielleicht sollte ich noch anfügen, dass nicht jede Hexe diese Sabbate feiert. Es gibt viele, die nur 4 feiern, oder auch gar keine - das ist kein Muss, ist für viele aber eine gute Methode um mit dem Jahresrythmus in Einklang zu kommen. Esbate sind die Mondfeiertage des Jahres. Also alle Vollmond- und manchmal auch Neumond- oder Halbmondfeste, die wiederum nach eigenem Ermessen gefeiert werden. Mehr über die Sabbatfeste.

Wie sieht das Leben einer Hexe aus?
Wie das jedes anderen Menschen, schaut der Hexenalltag aus :) Hexen gehen zur Schule, Uni oder Arbeit, haben Familien und Freunde. Hexe zu sein unterscheidet sich vom Leben der meisten Menschen darin, dass die Natur einen ganz besonderen Stellenwert einnimmt. Der Natur im eigenen Alltag einen Platz einzuräumen, vielleicht oft nach draußen zu gehen oder einen Garten zu pflegen, etc etc. Möglichkeiten gibt es viele. Natürlich gibt es aber auch Menschen die das tun, ohne sich deshalb als Hexe zu bezeichnen. Besonders jetzt, da eine biologische und ökologische Lebensweise durch diverse Medianskandale wieder beliebt wird, und viele Menschen vegetarisch oder sogar vegan leben.


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