Rituale

Ein Ritual laut Definition ist eine festgelegte Abfolge von Bewegungen und Handlungen, die einem bestimmten Zweck dienen. Diese Beschreibung muss nicht nur für Rituale religiöser Art gelten. Auch die jeden Tag gleiche Abfolge deiner Morgentoilette ist ein Ritual. Sicher kannst du auf Anhieb mehrere Rituale benennen, die du für bestimmte Situationen im Alltag hast.

Wie gesagt gibt es auch in vielen Religionen Rituale. Eine Messe oder ein Gottesdienst jeder Religion folgt meist einem festgelegten Schema. Dieses Schema kann nach altem Brauch überliegert sein, oder auch ganz neu entstanden - aber es hilft den Gläubigen den Ablauf besser zu verstehen. Rituale schaffen Struktur und Wiedererkennungswert und machen es somit einfacher sich auf den Inhalt des Rituals zu konzentieren, weil man genau weiss, was kommt.

Ein magisches Ritual gibt dir einen Leitfaden vor, an dem du deine magische Praxis ausrichten kannst. Der grobe Ablauf von z.B. Reinigung, Kreisziehen, dem Entzünden der Kerzen etc. hilft dir dabei eine Atmosphäre aufzubauen in der du gut und sicher arbeiten kannst. Welche magische Arbeit du im Kreis verrichtest bleibt dir selbst überlassen, auch welche Götter und Wesenheiten du in das Ritual einlädst. Das Ritual stellt dir den groben Rahmen zur Verfügung, den du nach deinen Wünschen gestalten kannst.

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Wann werden Rituale gemacht?

Wann immer dir danach ist. Rituale kannst du an den Tagen abhalten, die für dein Leben bedeutend sind. Du kannst deinen Geburtstag mit einem Ritual begehen oder andere Festtage. Wenn du möchtest, kannst du auch besondere religiöse Feiertage im Jahreskreis mit einem Ritual feiern. Rituale kannst du dann feiern, wenn du etwas im Kreis bearbeiten möchtest oder einen Zauber wirken willst. Oder auch dann, wenn du einfach gerne ein Ritual feiern möchtest.

Ritual

Ein Ritual in einfachen Schritten
  1. Zweck: Warum, wie, wann und wo soll dein Ritual stattfinden? Überlege dir, was der Zweck deines Rituals sein soll und besorge die dafür notwendigen Hilfsmittel. Formuliere dein Ziel möglichst positiv und schreib dir auf, welche Korrespondenzen du zur Verstärkung gerne einsetzen möchtest (Kerzenfarbe, Räucherwerk, Öle, etc). Überlege dir im Vorhinen, wie dein rituelles Working aussehen kann.
  2. Aufbau: Schaffe Platz, indem du aufräumst, putzt und eine magische Reinigung vornimmst. Auch ein Ritualplatz im Freien sollte ein wenig gereinigt werden. Baue alles auf, was du verwenden willst und richte den Altar ein oder lege alles auf den Boden, wie du es lieber hast. Versichere dir bevor es losgeht, ob wirklich alles da ist was du brauchst, damit du dein Ritual ungestört durchführen kannst. Alle magischen Werkzeuge, die zum Einsatz kommen sollten auch für ihre Zwecke geweiht worden sein.
  3. Reinigung: Reinige dich selbst zur Vorbereitung indem du ein Bad nimmst oder duscht, vor allem solltest du alle negativen Gedanken abfließen lassen und wirklich ruhig und ausgeglichen sein. Wenn du körperlich schlecht drauf bist, dich krank fühlst, absolut aufgewühlt bist oder ein mulmiges Gefühl dabei hast ein Ritual abzuhalten, gehe diesen Gründen besser nach und beschäftige dich damit, bevor du beginnst.
  4. Einstimmen: Nun solltest du dich erden und frische Energie aufnehmen. Meditiere ein Weilchen bis du ganz ruhig und ausgeglichen bist.
  5. Der Kreis: Nun ist es an der Zeit den Schutzkreis um deinen Ritualplatz zu ziehen. Dann rufe in den Himmelsrichtungen jene beschützenden Kräfte an, die du gerne zu deinem Beistand anwesend haben möchtest.
  6. Gottheit: An dieser Stelle kannst du auch die Götter einladen, die du im Ritual anwesend haben möchtest.
  7. Working: Nun kommt der Teil an dem du deine Kreativität spielen lassen kannst. Mach deine magischen Arbeiten, übe dich im Divinieren, führe einen Zauber aus oder geh auf eine Traumreise.
  8. Auflösen: Nun bedankst und verabschiedest du dich von allen angerufenen Wesen und entlässt sie wieder in ihre Heimatwelten. Zuerst die angerufenen Götter, dann die Elemente oder beschützenden Kräfte in umgekehrter Reihenfolge. Dann wird der Kreis in umgekehrter Richtung wieder "eingesammelt" und aufgelöst. Gib die Energie in die Erde ab und erde dich nochmals. Achte immer darauf, dass du ale Mächte, die du gerufen hast, auch wieder verabschiedest.
  9. Aufräumen: Räume den Platz auf, besonders gründlich, wenn du in der Natur bist. Danach kannst du zur Erdung noch etwas essen - das ist besonders angenehm, wenn ihr zu mehreren feiert und kann euren Zusammenhalt noch verstärken.
  10. Nacharbeit: Schreibe dir in dein Tagebuch, wie das Ritual abgelaufen ist, wie du dich dabei gefühlt hast, was du erlebt hast und was danach passiert ist. Beobachte den Zeitraum nach dem Ritual und schau, ob und wie sich Ergebnisse zeigen. Falls du im Ritual einen Zauber gewirkt hast: Hilf dem Universum deinen Wunsch zu erfüllen, indem du mitarbeitest (falls du einen Job suchst, Bewerbungen schreiben - falls du einen Partner suchst, auch mal ausgehen - falls du gute Noten möchtest, lernen usw.)
Ritualsammeln

Manche Junghexen sammeln die Rituale anderer oder posten im Internet Anfragen nach möglichst vielen Ritualen für ihre Sammlung. Ein Ritual sollte aber immer etwas persönliches und individuelles sein, da es so viel stärer wirkt als ein Ritual, das eine andere Person sich für ihre persönlichen Zwecke erdacht hat. Wenn du deinen Ritualen Kraft geben willst, dann schmücke sie mit den Dingen, die du als zum Zweck passend findest und bemühe dich so viel wie möglich von deiner eigenen Inspiration einfließen zu lassen. Ein Ritual sollte persönlich sein und keine Stangenware. Passe deine Rituale so an, dass du dich gut damit assoziieren kannst und sie zu dir passen - denn nur so erzielst du einen optimalen Effekt.


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