Visualisieren

Visualisierung ist einer der allerwichtigsten Grundbausteine der Magie. Das Visualisieren hilft uns, unsere Energie auf ein bestimmtes Ziel zu konzentrieren - denn du weisst ja, Energie folgt der Aufmerksamkeit und den Gedanken. Da unser Unterbewusstsein keine Sprache versteht, muss dies anhand von Bildern geschehen. Und um diese zu halten und auch mit offenen Augen zu sehen, visualisieren wir. Die Visualisierungs-technik hilft uns dabei Dinge zu sehen, die physisch gerade nicht vorhanden sind. Dadurch lernen wir Energien zu sehen oder Wesenheiten, die physisch nicht greifbar und sichtbar sind. Hier sind sehr einfache Übungen zum schnellen Lernen des Visualisierens.

Die Übungen dazu stammen aus dem Buch "Wicca - Eine Einführung in weiße Magie" von Scott Cunningham.

Erste Übung

Setze oder lege dich mit geschlossenen Augen bequem hin und entspanne deinen Körper. Atme tief ein und aus und lass deinen Geist zur Ruhe kommen. Es werden dir dabei viele Bilder durch den Kopf gehen. Wähle eines aus und halte es fest - lass keine anderen Bilder dazwischen kommen. Konzentriere deine Gedanken auf dieses eine Bild. Halte es so lange fest, wie du kannst, und lass es erst dann wieder los. Beende danach die Übung. Wenn es dir gelingt ein solches Bild länger als eine Minute zu halten, geh zur nächsten Übung über.

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Zweite Übung

Entscheide dich für ein Bild und halte es vor deinem geistigen Auge fest. Such dir dafür zunächst einen dreidimensionalen Gegenstand, etwa eine Pyramide oder einen Apfel. Du kannst aber auch etwas komplexeres nehmen, zum Beispiel Botticellis berühmte Venus, die dem Meer entsteigt. Schau den Gegenstand genau an: Studiere jedes Detail - die Schatten, die auf ihn fallen, seine Beschaffenheit, die Farbe, vielleicht sogar seinen Geruch. Nachdem du ihn gründlich studiert hast, schließe die Augen und betrachte den Gegenstand noch einmal - diesmal mit geschlossenen Augen. Betrachte ihn nur mit deiner Fantasie, durch die Kraft deiner Visualisierung. Wenn du das Bild fünf Minuten halten kannst, gehe zur nächsten Stufe über.

Dritte Übung

Diese Übung ist schon etwas schwieriger und wirklich magischer Natur. Visualisiere etwas, egal was. Wichtig ist nur, dass du den Gegenstand vorher noch nie gesehen hast: zum Beispiel Gemüse vom Jupiter, violett, rechteckig, etwa dreißig Zentimeter lang, voller grüner Haare und gelber Punkte. Schließe jetzt die Augen und schau dir das Jupitergemüse an. Sieh es vor deinem geistigen Auge. Du erschaffst es mit der Kraft deiner magischen Visualisierung. Lass dieses Gemüse Realität werden. Dreh es in Gedanken, betrachte es von allen Seiten und dann lass es verschwinden. Wenn du ein solches selbst erschaffenes Bild etwa fünf Minuten halten kannst, gehe zur nächsten Übung über.

Vierte Übung

Dies ist die schwirigste Übung. Halte eins elbst erschaffenes Objekt wie das Jupitergemüse bei geöffneten Augen in deinem Geist fest. Bemühe dich es sichtbar, real, gegenständlich werden zu lassen. Blicke auf eine Wand, den Himnmel oder eine belebte Straße. Das Gemüse muss überall erscheinen. Lass es so real werden, dass du es berühren kannst. Versuche es auf einen Tisch oder unter einen Baum zu legen. Wenn die Visualisierung zu Veränderungen in der wirklichen Welt und nicht nur im Dämmerreich hinter unseren Augenlidern führen soll, müssen wir es auch bei offenen Augen beherrschen lernen. Diese Fähigkeit visualisierte Gegenstände oder Strukturen Teil unserer Welt werden zu lassen, ist der ultimative Test für die Visualisierung. Wenn du diese Übung beherrscht, hast du einen entscheidenden Fortschritt gemacht.

Weiter ginge es mit dem Visualisieren von Gerüchen, Geschmäckern, Gefühlen, usw. Franz Bardon hat das auch in seinem Buch "Der Weg zum wahren Adepten" niedergeschrieben. Ich finde diese weiteren Techniken sehr nützlich und empfehle allen, sie mal auszuprobieren.


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