Warum Hexe werden?

Bevor du dich entscheidest Hexe zu werden, solltest du nach dem Grund fragen. Warum will ich denn eigentlich Hexe werden? So kannst du herausfinden, wie du am besten damit beginnst. Um dir ein wenig zu helfen stelle ich nun einige Gründe dar, die oft für Missverständnisse sorgen, da viele Menschen ein falsches Bild davon haben, wie ein Leben als Hexe wirklich aussieht. Die Ideen dazu stammen aus dem Buch "Wege zu den alten Göttern" von Vicky Gabriel und William Andersson. Ich benutze ihre Antworten, gehe aber mit eigenen Worten kurz darauf ein.

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Warum willst du Hexe werden?


Weil es so romantisch ist.
Aus dem Buch: Ja, manchmal ist es das. Manchmal wirst du auf einem Hügel unter der Krone eines Apfelbaums sitzend und vor den letzten Strahlen der Sonne umhüllt den Mondaufgang erwarten. Sehr viel öfter aber wirst du durch schlammige Frühlingswiesen marschieren, nasse Füße kriegen, völlig unzeremoniell über die Falten deines Ritualgewandes stolpern oder dich einen Kelch in Richtung Himmel haltend innerlich zweifelnd fragen, was um alles in der Welt du hier eigentlich tust. [...]

Meine Meinung: Oft tun Hexen Dinge, die anderen unverständlich sind. Viele Hexen meditieren im Regen, das ist vielen unverständlich. Aber solche Dinge gehören auch dazu. Naturverbundenheit ist was eine Hexe ausmacht und Naturverbundenheit heißt sich auch dann der Natur zu widmen, wenn mal nicht die Sonne scheint. Je länger du als Hexe arbeitest und je näher du mit der Natur in Verbindung steht, desto deutlicher spürst du vielleicht ab und an den Drang nach draußen zu gehen.


Weil ich dann eine sinnvolle Aufgabe habe:
Aus dem Buch: Das ist an sich kein schlechter Grund -  dennoch kann es einen Sinn haben sich zu fragen, woher dieses Motiv kommt. Wenn du nämlich mit deiner Arbeit nicht zufrieden bist, weil du deiner Meinung nach dort nichts "Besonderes" tust, wird sich daran auch durch die Ausbildung zur Hexe nichts ändern. Dann veränderst du das falsche in deinem Leben, denn von deiner Arbeit als Hexe /Priester wirst du nie leben können.[...]

Meine Meinung: Wenn du eine sinnvolle Aufgabe suchst, dann frage dich, was du als sinnvolle Aufgabe bezeichnest und ob dir ein Leben als Hexe dies überhaupt geben kann. Natürlich ist das Hexe sein auch nur dann eine sinnvolle Aufgabe, wenn es für dich wirklich Sinn macht. Wenn du keinen Sinn darin siehst, dass man Rituale feiert, dann wird dein Leben als Hexe sicherlich mehr an Unsinn gewinnen als an Sinn.


Weil ich dann anderen helfen kann.
Aus dem Buch: Vorsicht, das ist eine ganz schwierige Motivation. Zum einen kannst du immer helfen und benötigst dafür keine spezielle Ausbildung; es reicht völlig, die Augen offen zu halten und sich aufmerksam umzusehen. Irgendwo versucht immer jemand mit vollen Händen eine Tür zu öffnen, mit einem Kinderwagen in die Straßenbahn zu steigen, oder mit einer Gehbehinderung die Straße zu überqueren. Wer hier helfend eingreift, erreicht für diese Menschen manchmal mehr als ein Therapeut oder Seelsorger, denn je weniger Hilfe erwartet wird, umso tiefere Spuren hinterlässt sie. Die Frage ist auch hier, warum jemand helfen möchte. Wenn dich dieser Grund zum Lesen dieses Buches veranlasst hat, solltest du eindrücklich nachforschen, ob du dich nicht irgendwie selbst hilflos fühlst und glaubst, du könntest durch diese Ausbildung von der Seite der "Hilflosen" zur Seite der "Helfer" wechseln. [...]

Meine Meinung: Ich kann dir sagen, dass es wenig Anerkennung von Außenstehenden dafür geben wird, dass du einen Zauber vollziehst. Du solltest also nicht nur aus der Gesinnung heraus Hexe werden, weil du damit anderen Menschen helfen kannst. Ein Zauber hilft auch nur dann, wenn er in Zusammenarbeit mit echter Arbeit passiert und wirkt keine Wunder. Oftmals ist einer Person mehr damit geholfen, dass man sich hinsetzt und einmal über alles reden kann. Das kann auch ein wunderbarer Zauber sein und hat den netten Nebeneffekt, dass es euch als Menschen näher zusammenbringt.


Weil das mal etwas Neues und Spannendes ist.
Aus dem Buch: In Drei Monaten ist es das nicht mehr und wird demzufolge langweilig. [...]

Meine Meinung: Überlege dir am besten vorher, ob du Hexe bleiben möchtest, oder du einfach nur mal in die Materie hineinschnuppern wirst. Denn nachdem du gewisse Erfahrungen gemacht hast, kannst du diese nicht mehr einfach so vergessen. Die Magie wird dann Teil deines Lebens sein, du wirst Wesenheiten kennen gerlent, Dinge gespürt und dich vielleicht sogar ab und an gegruselt haben. All diese Erfahrungen kannst du im nachhinein nicht mehr einfach so abschütteln. Es ist nicht schlimm, wenn man einfach mal hineinschnuppert. Wenn du das aber bereits im Vorhinein weisst, dann kannst du dir in Ruhe überlegen, wie weit du gehen willst und wo du die Grenze ziehst, noch bevor du an dieser Grenze stehst.

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Weil andere mich dann achten werden.
Aus dem Buch: Die meisten Menschen in deiner Umgebung werden gar nicht wissen, dass du Hexe bist und vielen wirst du es auch nicht auf die Nase binden wollen. Ganz im Gegenteil, du wirst damit rechnen müssen, von anderen als Spinner oder Tagträumer betrachtet zu werden. [...]

Meine Meinung: Auch heute noch sehen viele Menschen Hexen als etwas Böses an. Kann sein, dass deine Freunde Angst vor dir kriegen, kann sein, dass sie ich Sorgen machen und dich wieder "bekehren" wollen. Kann sein, dass sie sich von dir abwenden und eure Freundschaft kündigen. Vielleicht lachst du jetzt, aber das passiert auch heute immer noch. Sei dir im Klaren darüber, dass Hexen auch heute noch oft über ihre Handlungen schweigen müssen. Wenn du Hexe werden möchtest, dann solltest du es für dich selbst wollen und nicht, um jemand anderen damit zu beeindrucken.


Weil ich damit mein Leben im Griff habe.
Aus dem Buch: Was versteht du darunter, dein Leben im Griff zu haben? Dass alles reibungslos läuft und du alles erhältst, was du dir wünscht? Das ist möglich, aber unwahrscheinlich, denn es tritt nur ein, wenn du dich in vollkommener Übereinstimmung mit deinem inneren, göttlichen Willen und der dir von den Göttern aufgetragenen Aufgabe befindest. Das stellt aber nicht umsonst in jeder Religion eines der höchsten Ziele dar. [...]

Meine Meinung: Glaubst du, dass eine Hexe keine Probleme hat oder weniger als andere Menschen? Auch Hexen haben sich täglich Problemen zu stellen - das ist auch gut so, denn durch Probleme wächst man an Erfahrung. Leider kann man mit ein bisschen Magie nicht alles weghexen, was man als problematisch betrachtet. Das ist irgendwie schade, aber irgendwie auch gut so, denn ansonsten wäre man zahlreicher Gelegenheiten beraubt zu wachsen und sein Leben selbst in den Griff zu nehmen. Magie kann dir dabei helfen, manche Situationen besser in den Griff zu bekommen und sie bewusst anzugehen. Rituale können eine psychologische Stütze sein, die dir durch schwierige Zeiten helfen oder dabei, dich zu erinnern, dass du niemals alleine bist.


Damit ich nicht mehr leiden muss.
Aus dem Buch: Dein Leben könnte sich mit der Haltung, die mit der Ausübung der Priesterschaft einhergeht, in der Tat positiv verändern. Falls du jedoch der unterschwelligen und daher unbewussten Überzeugung sein solltest, echtes persönliches Wachstum und Entwicklung seien nur auf dem Weg des Leids und des Opfers zu erreichen, wirst du auch diese Ausbildung so gestalten, dass deine Überzeugung bestätigt wird. Wenn du weniger leiden möchtest, solltest du herausfinden, warum das Leben für dich von Leid erfüllt ist, während andere es unter ähnlichen Umständen in Freude erfahren können.

Meine Meinung: Jeder Mensch hat natürlich seine Probleme und Sorgen, auch bei Hexen ist das nicht anders. Und nun verrate ich dir ein Geheimnis: Wenn du alles, was du tust mit der Einstellung machst, dass es "sowieso schief geht" dann wird es das auch. Dann versteinert sich dein Unterbewusstsein nämlich so auf diese Aussage, dass es immer so passieren wird, egal was du tust. Wenn du also nicht mehr leiden willst, versuche ein positiverer Mensch zu werden. Sag zu allem was kommt: "Das kann ich, das schaffe ich" und im Null- Komma-Nichts wird es so gehen. Die Beschäftigung mit Magie kann dir dabei helfen auf dieses Ziel hinzuarbeiten. Meditation und Visualisierung sind starke Helfen, wenn es darum geht Ziele zu erreichen.


Weil ich damit Macht über andere habe.
Aus dem Buch: Wenn darin dein Ziel besteht, wäre es sinnvoller, den Aufstieg in die Vorstandsetage deiner Firma oder einen Wechsel in die Werbebranche anzustreben. In beiden Fällen ist die Wahrscheinlichkeit weitaus größer, dass du Macht über andere erlangen wirst, denn die moderne westliche Naturreligion geht - wie eben erwähnt - den umgekehrten Weg. Darüber hinaus kannst du nur über eine bestimmte Art von Menschen Macht erhalten, nämlich über jene, die sich beherrschen lassen. [...]

Meine Meinung: Wie im Buch erwähnt, gibt es für die Ausübung von Macht weitaus bessere Positionen als als Hexe oder PriesterIn in einem Coven. Die Verwendung von Magie gibt dir Macht über dich selbst, aber sie gibt dir keine Macht über andere. Auch mit Magie ist es nicht möglich den freien Willen anderer zu unterwerfen und sich andere untertan oder zu Sklaven zu machen. Die Schöpfung hat vorgesorgt. Auch als PriesterIn einer Hexenreligion oder in einem Coven bleibt das verwehrt. Nur weil jemand eine heidnische Priesterschaft erlangt hat, heißt das nicht, dass er sie für immer behalten wird. Innerhalb eines Covens oder einer Tradition gibt es natürlich auch Instrumente, um sich von machtgeifernden DiktatorInnen zu befreien. Man sagt: Nur eine gesunde PriesterIn macht alles heil. Wer seine Priesterschaft dazu ausnutzt, um andere zu unterjochen, der muss damit rechnen, dass ihm diese Priesterschaft auch wieder entzogen wird.


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