Küchenmagie

Was ist Küchenmagie?

Der Begriff Küchenmagie erzeugt viele Bilder in uns. Die populärste Idee ist die, dass Küchenhexen Magie durch Kochen und alltägliche Haushaltsdinge verrichten. Ein anderes Bild ist, dass Küchenhexen noch aus der Zeit stammen, in der die Magie versteckt wurde und hinter verschlossenen Türen, heimlich in der Küche vollzogen wurde. Beide dieser Bilder sind richtig, aber Küchenmagie reicht noch etwas weiter. Sie benutzt magisches Kochen und verwendet auch Ritualgegenstände, die nach dem Ritual allerdings wieder normale Haushaltsgeräte sind.

Das besondere an Küchenmagie ist, dass man die Magie im Alltäglichen findet, die Götter oder woran man sonst glaubt, mit alltäglichen Aktionen ehrt.

 

Das Heilige und das Profane

In den meisten Religionen dieser Welt wird zwischen dem Heiligen und dem Profanen unterschieden. Es gibt jene Dinge und Handlungen, die heilig sind. Und das, was nicht in diese Sparte fällt ist ganz einfach profan oder alltäglich.

Wir Hexen, egal woran wir glauben, vollziehen heilige Handlungen meist vor einem Altar mit geweihten Gegenständen. Und nach einem Ritual kehren wir wieder in den „profanen“ Alltag zurück. Das ist natürlich nichts negatives. Es geht auch so. ich möchte nur erklären, worin der Unterschied zur Küchenmagie besteht. Küchenmagie kann ihre Rituale überall abhalten, denn die Hexe erkennt alle Dinge um sie herum als heilig an. Küchenmagie kann überall ausgeübt werden, wo die Hexe will und arbeiten kann. Das ist nicht für jeden etwas, das stimmt.

 

Die Präsenz der Götter

Auch hier in der Küchenmagie muss eines gesagt werden. Küchenhexen sehen sich nicht als heiliger oder besser an. Sie sind nicht von einem Gott auserwählt worden. Zumindest nicht mehr als alle anderen Menschen. Auch hier ist es wichtig zu beachten, dass man auch als Küchenhexe alle anderen Menschen und Lebewesen achten sollte. Das Leben ist hier genauso heilig wie für alle anderen Hexen und jeder Mensch ist so wertvoll wie der andere.

 

Bewusster  werden

Eins der Ziele der Küchenhexe ist bewusster zu leben. Wie oft leben wir einfach vor uns hin, ohne die Geschenke und Lektionen erkennen, die uns die Götter schenken. Ist das nicht eine Beleidigung der Schöpfung? Wie oft gehen wir an Wundern vorbei ohne sie auch nur zu bemerken? Wie oft finden wir unser Leben trist und langweilig, weil wir das Heilige nicht in unser Leben lassen? Eine Küchenhexe versucht bewusster zu leben, Wunder zu erkennen und einfach ein wenig mehr zu genießen. Dazu muss man natürlich keine Küchenhexe sein. Es geht auch so.

 

Tägliche Rituale

Natürlich gehört es auch mit dazu ein tägliches Ritual zu planen. Dieses soll und an das Heilige in jedem Tag erinnern und uns ein wenig offener machen. Natürlich ist dieses Ritual für jeden Menschen anders. Es kann zum Beispiel eine morgendliche Meditation oder Yogaübung sein. Schon die kleinste Handlung kann uns auf den Tag einstimmen und uns daran erinnern, wie schön und heilig ein einzelner Tag sein kann, und dass man ihn nicht verschwenden sollte. Zum Beispiel könnte man daraus kleine Rituale machen:

Wenn man zum Beispiel als Geschäftsfrau ständig über einem Zeitplaner schwebt, könnte man sich kleine erfrischende Sprüche notieren und kleine Pausen einplanen, in denen man jetzt einfach mal aus dem Fenster schauen darf und sich die Menschen anguckt.

 

Die heilige “Diät”

Natürlich muss man nicht ständig fasten um eine gute Hexe zu sein. Die „Diät“ soll dir nur ein wenig helfen zu erkennen, was du da eigentlich isst. Außerdem kann es auch mal gut für den Körper sein. Nehmen wir als Beispiel den täglichen Guten – Morgen – Kaffee. Setz dich vor ihn hin, trink ein wenig und meditiere. In ihm steckt die Kraft der Natur, mühevoll geerntet von Menschen, die vielleicht selbst Hunger leiden. Oder die Kraft eines Regenwaldes, der abgeholzt wurde um diese Plantage zu errichten. Wie wurde der Kaffee geerntet, wie lange dauert solche eine Prozedur und wer hilft aller mit? Wie kommt der Kaffee zu dir? Welche Energien wurden aufgebracht um ihn zu rösten. Bis hin zum Wasser, das du benutzt hast um ihn zu kochen. So erhältst du ein wenig Einblich in die Schöpfung und die heiligen Dinge und Arbeiten, die täglich verrichtet werden, damit du deinen Kaffee pünktlich um halb sieben auf dem Tisch stehen hast.

Es ist nicht wichtig zu entscheiden, dass du nur noch Biosachen kaufst, oder Dinge, die 100% von Menschen angebaut werden, die genug Lohn dafür bekommen. Das ist nicht nötig. Außer du willst es so. Es ist nur wichtig, dass du erkennst, was hinter deinem Kaffee steckt. Vielleicht ist es auch etwas, für das man „Danke“ sagen muss. Immerhin musst du für deinen Kaffee nur in den Supermarkt gehen. Du musst ihn nicht anbauen, ernten, rösten, transportieren,... Sicherlich erkennst du, wie wertvoll solche Meditationen sind. Und wie selbstverständlich wir die Dinge schon sehen. Obwohl doch so viel Arbeit und Widmung dahintersteckt.

   

Ein heiliges Fest

Kochen ist sicher der am meisten angewandte Teil der Küchenmagie. Jedes Mal wenn du kochst oder anderen Menschen ein Essen servierst, vollziehst du eine magische Handlung. Du heilst vielleicht ihre Seele und ihren Körper, denn sicherlich haben sie Hunger. Essen ist etwas heiliges. Deswegen ist es auch bei Sabbaten so schön, zusammen zu essen. Zusammen zu essen vermittelt ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Und mit dem man sein Brot teilt, mit dem teilt man seine Leiden und sein Leben – wie auch Christus es uns schon lehrte. Außerdem erhält es unser Leben, und das allein macht es schon heilig.  

Deswegen genieße ein Essen. Wenn du mal wieder Lust auf ein heiliges Fest hast, lade Freunde ein oder die Familie. Kocht und esst gemeinsam. Es ist wunderschön solche Dinge zu teilen. Man hat Spaß, gutes Essen und stärkt die Freundschaft. Lass dich von deinen Speisen durch den Tag daran erinnern, wie heilig es ist.

Ich höre es auch nicht gerne, wie oft das Essen als etwas nerviges oder lästiges abgestempelt wird. Manche Menschen haben richtig gehend Angst vor den Mahlzeiten, weil man isst ja so oft und das schlägt ja soooo auf die Figur. Seid realistisch – entweder ihr esst, oder ihr verhungert. Schlanker werdet ihr auch durchs Hungern nicht, nur kränker. Durchs Hungern baut sich nicht das Körperfett ab, sondern die Muskeln - und das ist nicht gesund. Genießt euer Essen. Genießt es in vollen Zügen. Pfunde wird man durch regelmäßiges Training los.  

  Das Heim

Viele Hexen finden es wichtig, ihr Heim so zu dekorieren, dass sie immer wieder an die Heiligkeit des Lebens erinnert werden. Welche Symbole und Möbel du dazu benutzt, ist deine Sache. Nimm, was dir gefällt. Male vielleicht Bilder, die deine Definition von Heiligkeit ausdrücken und hänge sie dort auf, wo du sie oft sehen kannst. Du kannst auch Bilder oder Statuen deiner Gottheit aufstellen. Viele alte Bauernhäuser zum Beispiel haben in ihren meistgenutzten Raum noch einen Herrgottswinkel, der an die Heiligkeit erinnert. Wenn du darfst und auch von Mitarbeiter- Innen die Erlaubnis kriegst, richte dir auch dein Büro passend ein. Bilder oder Statuen tun ja keinem Weh, solange sie nicht die religiöse Haltung eines anderen „untergraben“ oder gar verletzen.

 

Zusammenfassung

Küchenmagie betrifft mehr als bloß kochen. Kochen ist natürlich auch wichtig, aber es gibt viel mehr. Sie bedeutet, ein Leben zu leben und in diesem das göttliche und heilige zu erkennen. In allen Dingen und Menschen den göttlichen Funken zu sehen und zu ehren. Ebenso sollte jede Handlung bewusst ausgeführt werden und nicht wie in einem niemals endenden Tagtraum. Ebenso bedeutet es, die Handlungen zu durchschauen und zu erkennen, was vielleicht alles nötig ist um dies oder jenes zu erhalten oder weiterzugeben. Und, dass viel mehr Arbeit hinter kleinen Dingen steckt, als wir glauben. Und dieses „spezielle“ zu erkennen und vielleicht auch zu ehren.

 

Die Praxis

Viele Praktizierende, die gerade erst beginnen, sich mit Ritualen und Zauberei auseinander zu setzen denken, dass man zuerst durch die Stadt fahren muss um den erstbesten Esoterikladen auszuräumen – um so an die magischen Werkzeuge zu kommen, die man braucht. In Wirklichkeit hast du die meisten Utensilien (nicht nur zur Küchenmagie, auch zur rituellen) schon daheim. Vielleicht in deiner Küche oder auf dem Dachboden. Oder in Omas alter Truhe, die schon von allen Menschen vergessen wurde. Man muss nur ein wenig Zeit investieren um zu suchen. Und spart sich einen Batzen Geld. Hier sind einige Vorschläge, wie man alltägliche Gegenstände in Küchenmagische Gegenstände "verwandelt":

Kräutermangel? Der Zauber ist nah, aber die passenden Kräuter fehlen? Wie wär's, wenn man einfach jene aus dem Gehwürzregal benutzt? Man kann ja auf die passende Farbe achten oder einfach das Kraut verwenden, das man selbst am ehesten dem Ritual zuordnen würde. Außerdem lassen sich getrocknete Kräuter auch leichter verbrennen, falls dies nötig sein sollte. Noch einige Tipps zur Kräuterverwendung:

Vergesslich? Versuchs mal mit einem Rosmarinkissen. Fülle dein Kissen mit etwas Rosmarin, oder näh ein eigenes Kissen. Und über Nacht kommt die Erinnerung wieder.

Vorbereitung auf ein Date? Erinnerst du dich an den Film „Beverly Hillbillies“? Wo Granny sich Vanilleextrakt hinter die Ohren tupft, bevor ihr Date ankommt? Die alte Kräuterfrau hat Recht. Vanille wirkt anziehend auf Männer.

Lernen auf einen Test? Und die Konzentration geht flöten? Vergiss Kaffe und Zigaretten. Oder Energydrinks. Meist wirst du kurz gepuscht und bist dann fertiger als zuvor. Wie wär's mit ein wenig Pfefferminze? Kauen oder Räuchern wirkt Wunder. Wenn das nicht wirkt, nimm ein Glas Pfefferkörner und nimm einen Zug davon. Jetzt bist du mit Sicherheit wieder wach.

Lerne die Korrespondenzen kennen und schau ruhig ein wenig bei anderen Leuten ab, welche Dinge sie so im Alltag benutzen um ihre Ziele zu unterstützen. Meist braucht man gar nicht mehr als das, was man in der Küche hat. Probiere einfach beim Kochen mal aus, welche Gewürze einen munter machen und beleben. Die erfahrene Hausfrau/ Hausmann oder Hobbyköche kennen da sicher schon einige Möglichkeiten. Probiers doch einfach mal aus;) Schaden kann's nicht.

 

 

Copyright Stephanie Pui Mun Law

Ein Küchenhexenaltar

Du brauchst nicht viel Geld auszugeben um Küchenmagie betrieben zu können. Du brauchst nur einige Schüsseln, Löffel, vielleicht einen Mörser, Kochtöpfe und Messer. Solche Küchenutensilien haben auch viel mehr persönliche Energie, weil du sie ja ständig in den Händen hast. Sie wirken also viel besser, als Ritualutensilien, die langsam aber sicher vor sich hin verstauben (und so wie sie auch die Energie, die darin ist). Für einen Küchenaltar brauchst du nicht mehr als eine leere Ablagefläche oder Schublade.

Such dir als erstes einen Platz aus. Es ist nicht leicht in einer Küche eine Schublade oder ein Regal frei zu machen, denn irgendwie ist alles in Nutzung. Wenn du mit jemandem zusammenwohnst hast du vielleicht deinen eigenen Schrank für deine Lebensmittel, dort kannst du wenn Platz ist den Altar einrichten. Was ich nicht benutzen würde ist der Raum über dem Kühlschrank oder auf den Kästen. Dort übersieht man den Altar leicht und er gerät in Vergessenheit. Er sollte näher bei dir  und dem Herd sein.

Richte dann den Altar ein, wie du es willst. Dann legst du die Gegenstände hinzu, die du benutzen willst. Entscheide selbst, ob du sie weihst. Auf jeden Fall solltest du sie reinigen, wenn’s auch nur unter fließendem Wasser ist. 

Als Zauberstab kannst du einen hölzernen Kochlöffel verwenden. Arbeite mit dem Matereal, das dir am meisten zusagt. Als Kessel eignet sich jeder Kochtopf oder ein Teekessel. Mörser und Stößel sollte auch nicht fehlen, denn solche Dinge braucht man auch zum Kochen. Wenn du diese Dinge zum Kochen verwendest, benutze sie nur für Lebensmittel. Giftige Stoffe und Chemikalien können sowohl an Mörser als auch Stößel hängen bleiben. Was sonst noch praktisch wäre, wäre ein Besen oder auch ein normaler Putzschwamm, ein Schneidebrett, etc.

Dies alles sind nur Beispiele. Sei kreativ und bau dir deinen eigenen Altar so, wie du es möchtest. Lass so das göttliche an dem heiligen Ritual der Hausarbeit und Zubereitung des Essens teilnehmen.  

Tipps für die Küchenhexe:

* Ein Quarz beim Herd, während man kocht, lässt das Essen besser schmecken.

* Ein Topf mit Basilikum in der Küche reinigt von bösen Energien.

* Ein Mondkalender in der Küche ist praktisch und zeigt der Hexe, wann der richtige Zeitpunkt ist.

* Rührt man beim Kochen im Uhrzeigersinn, werden unerwünschte Energie davon gefegt.

*Aloe - Vera in der Küche soll vor kleinen Bränden bewahren.

* Erinnere dich mit einem Topflappen an das Hexengesetz: „Schadet es keinem, dann tu, was du willst“

 

Bücher für die Küchenhexe:

Bücher, die magische Lebensmittel usw. behandeln, sind:

  • "Hexendiät" von Ulrike Ascher
  • "Magie in der Küche" von Scott Cunningham (auf deutsch leider momentan vergriffen)
  • "Hexenküchenzauber" von Ansha

 

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